Operationen an der Schulter - Erkrankungen und ihre Therapie
Periarthritis humeroscapularis (PHS, "Schultersteife")
Eigentlich ist das Schultergelenk auf Grund
der Zugbelastung und der relativ kleinen Gelenkkontaktflächen weniger anfällig
für einen Verschleiß. Durch die zunehmende sportliche Aktivität, vor allem bei
älteren Menschen, ist jedoch eine Zunahme der Erkrankungen des Schultergelenkes
zu verzeichnen.
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| Abb.: Römische Bronzestatue eines Diskuswerfers |
Die häufigste Erkrankung ist die sogenannte "Periarthritis humeroscapularis" (PHS).
Unter diesem Überbegriff für Weichteilerkrankungen ist die Entzündung des
Schleimbeutels unter dem Schulterdach ("bursa subacromialis") sehr häufig. Sie
führt zu schmerzhaften Verklebungen zwischen Oberarmkopf und Schulterdach. Diese
Verklebungen lassen sich oft nur operativ lösen. Da dieser Schleimbeutel weit
bis an den Oberarm herunterreicht, ist die arthroskopische Entfernung häufig
schwierig und führt nur zu einer unvollständigen Entfernung des Schleimbeutels.
Aus diesem Grund bevorzugen wir die minimalinvasive Operationstechnik, bei der
durch einen ca. 3 cm langen Zugang der gesamte Raum unter dem Schulterdach
eingesehen und in jeder Form behandelt werden kann. Eine Sonderform stellt die
PHS calcarea dar, bei der die Folgen kleiner Einrisse in den Sehnen als
kalkdichte Schatten im Röntgenbild zu sehen sind. Auch diese Kalkdepots lassen
sich so problemlos entfernen.
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| Abb.: Kalkablagerungen (PHS calcarea) im Röntgenbild |
Verletzungen der Rotatorenmanschette
Nach Unfällen mit Stürzen auf den ausgestreckten Arm kann es zu Verletzungen der
Rotatorenmanschette kommen. Bei dieser handelt es sich um einen
muskulär-sehnigen Überzug des Oberarmkopfes. Bei Einrissen ist die Anhebung des
Armes stark gestört. Verletzungen der Rotatorenmanschette können mit einer
Kernspintomographie gut beurteilt werden.
Kleinere Einrisse können ohne Operation behandelt werden. Bei größeren
Einrissen, bei denen die Funktion des Armes gestört ist, ist eine Operation
notwendig. Hierbei wird die Sehne mit kleinen Ankern aus Titan wieder am
Oberarmkopf befestigt. Auch diese Operation lässt sich über den kleinen Zugang
durchführen.
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| Abb.: Kernspintomographie eines Schultergelenks bei Ruptur der
Rotatorenmanschette (siehe Pfeil) |
Abb.: Röntgenbild nach operativer Verankerung der rupturierten
Rotatorenmanschette |
Arthrose des Schultergelenks - Einsetzen einer Schulterprothese
Bei einer Arthrose des Schultergelenkes mit schmerzhafter Bewegungseinschränkung
bleibt als letzte Möglichkeit nur die Implantation einer Schulterprothese.
Sofern die Rotatorenmanschette intakt ist, lässt sich der Oberarmkopf gut mit
einer Kappenprothese versorgen.
Abschließend muss man sagen, dass die Schmerzsymptomatik mit einer Prothese gut
therapiert werden kann, die ursprüngliche Beweglichkeit des Schultergelenkes
wird jedoch meistens nicht mehr erreicht. Allerdings reicht die verbliebene
Beweglichkeit für die meisten Tätigkeiten im täglichen Leben aus.
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| Abb.: Kappenprothese
auf dem Oberarmkopf |