Patientenbericht Tep-Wechsel von Brigitte Best
Prothesenwechsel Hüftgelenk
Dies ist der erste Patientenbericht,
der seit Erstellung dieser Kategorie dankenswerterweise verfasst wurde. Und es
ist umso interessanter, dass hier eine Patientin berichtet, die eine technisch
sehr schwierige Operation über sich ergehen lassen musste. Frau Best hat nämlich
vor 30 Jahren eine der ersten Hüftprothesen erhalten, die überhaupt in
Deutschland eingesetzt wurden, quasi den "Dinosaurier" unter den künstlichen
Hüftgelenken. Diese zementierte Prothese hatte sich nun gelockert und bereitete
große Probleme und Schmerzen. Es war eine operative Herausforderung, die alte
Prothese und sämtliche Zementreste zu entfernen und eine neue, zementfreie
Prothese wieder fest in den Oberschenkelknochen einzusetzen. Zur Entfernung des
Zements wurden eigens kleine Fenster seitlich in den Knochen hinein gesägt, die
es später mit Hilfe von so genannten Cerclage-Drähten (Drahtumschlingungen)
wieder zu befestigen galt. Als neue Prothese wurde eine Langschaftprothese
eingesetzt ("ZMR Revisionshüftschaft"), die sich im Markkanal des
Oberschenkelknochens besonders gut verkeilt. Vielen lieben Dank an Frau Best und
ein langes und beschwerdefreies Leben mit der neuen Hüfte wünscht der Webmaster.
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Abb.: Röntgenbild
des alten Hüftgelenks. Der Knochenzement ist röntgennegativ und kann nicht
erkannt werden. Man sieht schön die Lockerung im Oberschenkelknochen.
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Abb.: Röntgenbild
des neuen Hüftgelenks. Der Prothesenschaft ist viel länger. Man erkennt
außerdem die Fenster im Oberschenkelknochen, die durch die
Drahtumschlingungen wieder fixiert wurden. Die Hüftpfanne wurde
selbstverständlich auch gewechselt. |
Ausschnitt aus dem Tagebuch: Brigitte Best, *1939
Operation im St. Josefshospital Uerdingen, Abt. Orthopädische Chirurgie
Operateure: Dr. Neubert, Dr. Mantler, Dr. Fröhlich, Dr. Razmand
Heute ist Sonntag, der 16. März 2003
Heute hat mein Sohn Uwe Geburtstag und ich muss ins Krankenhaus. Ich habe furchtbare Angst.
Hoffentlich klappt alles. Hoffentlich kann ich wieder laufen. Vielleicht habe ich dann auch keine
Schmerzen mehr. Hoffentlich, hoffentlich ...! Meine alte Hüft-Totalendoprothese (HTEP)
ist über 30 Jahre alt geworden, wie alt wird die neue werden?
Gegen 14 Uhr kommt Herr Dr. Neubert und erklärt mir alles noch einmal. Eigentlich klingt
das ja alles sehr gut. Die neue Endoprothese ist zementfrei (hoffentlich hält sie auch).
16 Wochen Null- bzw. Teilbelastung, das kann nur eine Katastrophe werden. Sollte die
HTEP aus irgendeinem Grund kaputt gehen, kann sie, falls nötig, besser ersetzt werden.
Es ist jetzt 22.00 Uhr und ich soll schlafen. Ich wünsche meinem operierenden Arzt
auch eine gute Nacht. Ach, du Schande, morgen ist Montag, was soll ich mit einer "Montagshüfte"?
Montag, der 17. März
9.00 Uhr: Die letzten Worte meiner Anästhesistin Frau Dr. Johann sind: Denken sie an
etwas Schönes.
22.20 Uhr: Ich lebe noch und eigentlich tut mir nichts weh. Ich liege auf der Intensivstation.
Das ganze hat aber doch recht lange gedauert. Was soll's, es ist geschafft und
jetzt wird alles besser. Es muss.
Dienstag, der 18. März
Zurück auf mein Zimmer. Ich fühle mich ziemlich hilflos. Die häufigsten Komplikationen nach
einer solchen Operation sind das Rausspringen des Hüftkopfes aus der Pfanne durch falsche
Bewegung und Lockerung der zementfreien Hüfte durch Drehbewegung. Also ganz still liegen.
Visite: Frau Dr. Budiman, Herr Dr. Fröhlich und Herr Dr. Neubert. Jetzt erfahre ich,
warum die Operation so lang gedauert hat. Der alte Knochenzement ließ sich nur schwer
entfernen.
Grüner Donnerstag, 17. April 2003 (fünf
Wochen später)
Es ist viel Zeit vergangen. Für mich ist es eine lange Zeit, denn ich habe wieder Laufen gelernt.
Erst mit so einem Gestell und dann mit Gehhilfen. Herzlichen Dank den Physiotherapeuten, die nach
der OP den Rekonvaleszenzprozess unterstützten. Ich darf nach Hause, zwar mit 2
Gehhilfen und dem Versprechen, wirklich nicht zu belasten. Ich werde mich daran halten, denn am
7.7.2003 ist die Zeit rum und ich kann in die ambulante REHA.
Gehe ich in eine Kurklinik oder in eine ambulante REHA? Das war ein Problem. Was soll ich mit
meinen 3 Katzen machen? Dr. Neubert meinte: Er glaube nicht, dass es eine Klinik gäbe, in der
ich meine 3 Katzen mitbringen dürfe. Also geht es in das Therapiezentrum Eschler. Jetzt muss ich
nur noch abnehmen, aber das ist ein anderes Kapitel.