Informationen über Krefeld Uerdingen
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| Abb.: Der Rhein bei
Uerdingen. Blick auf das Bayer-Werk. |
Uerdingen? Wo ist denn das?
Unsere Webseiten werden von Besuchern aus dem ganzen Land, sogar aus dem
Ausland, besucht. Leider wissen nur die wenigsten auswärtigen Besucher, wo
Uerdingen überhaupt liegt. Auf dem Höhepunkt der Geschichte des FC Bayer 05
Uerdingen konnten zumindest die Fußballfans Uerdingen als Stadtteil von Krefeld
einordnen. Doch der Fußballruhm der Achtziger und Neunziger ist längst verblasst. Daher wollen
wir Ihnen Uerdingen auf dieser Seite ein wenig näher bringen, denn Uerdingen ist
ein stolzer, kleiner Stadtteil mit über 750 Jahren Tradition, in dem die Welt noch ein bisschen mehr in
Ordnung ist als anderswo.
"Oeding blievt Oeding"
ist "Oedingsch Platt" und bedeutet "Uerdingen bleibt Uerdingen". Dabei handelt es sich sowohl um den Titel der inoffiziellen
Uerdinger Stadthymne als auch um den Wahlspruch der alteingesessenen Uerdinger
und es drückt das Selbstbewusstsein und die Traditionsverbundenheit dieses
kleinen Stadtteils inmitten des riesigen Städtekonglomerats Krefeld-Duisburg
aus. Uerdingen ist seit der Gebietsreform im Jahre 1975 ein Stadtteil von
Krefeld, liegt im Osten der Samt- und Seidenstadt und hat ca. 18000 Einwohner.
Von Duisburg und vom Ruhrgebiet ist Uerdingen durch den Rhein abgetrennt, liegt
also linksrheinisch, worauf der Uerdinger äußerst großen Wert legt. Krefeld
definiert sich nicht als Anhängsel des Ruhrgebiets, sondern als überregionaler
Anziehungspunkt für den linken Niederrhein bis hin zur holländischen Grenze. Von
1929 bis 1975 waren Krefeld und Uerdingen als quasi gleichberechtigte
Rheinstädte miteinander verbunden und nannten sich "Krefeld-Uerdingen". Trotz
Aberkennung der Stadtrechte sehen sich aber insbesondere die älteren Einwohner
Uerdingens immer noch als Bürger einer unabhängigen Stadt. Daher ist der
Wahlspruch "Oeding blievt Oeding" auch heute noch aus Trotz und als Zeichen des
anhaltenden Selbstvertrauens in fast aller Munde.
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| Abb.: Der Marktplatz
von Uerdingen. Im Hintergrund St. Peter (katholisch) |
Ein Ort zum Leben
Fast schon sprichwörtlich sind die niederrheinische Gelassenheit und
Herzlichkeit, und auch die Lust am Feiern ist durch den rheinischen Karneval im
ganzen Land bekannt. Von all diesen Eigenschaften haben auch die Uerdinger viel
abbekommen "vom leeve Jott". Charakteristisch für Uerdingen sind vor allem die
Ruhe und die Gelassenheit. In Uerdingen ticken die Uhren immer etwas
gemächlicher als in der großen Stadt. Direkt hinter dem Krankenhaus beginnt die
autofreie Uerdinger Einkaufsstraße (Niederstraße), in der das persönliche
Gespräch in den Geschäften noch gang und gäbe ist und die in den letzten
Jahrzehnten eine große Kontinuität aufwies. Fast tägliche Mieterwechsel sind
hier ebenso wenig an der Tagesordnung wie eine allzu große Angst vor
Shopping-Malls auf der grünen Wiese. Uerdingen ist vollgestopft mit einer Unzahl
von Handwerksbetrieben und Geschäften. Fast in jeder Straße gibt es irgendeinen
Dienstleistungsbetrieb. Aber nicht nur die kleine und mittelständische
Wirtschaft brummt in Uerdingen, es gibt auch industrielle Großansiedlungen. Der
größte und bekannteste Arbeitgeber ist traditionell die Bayer AG, die in
Uerdingen ihr zweitgrößtes Zweigwerk betreibt. Seit dem Spin-Off von Sparten der
Kunststoff- und Chemiebereiche heißt ein Teil des Werks seit 2004 allerdings
Lanxess. Ein weiterer großer Arbeitgeber in Uerdingen ist die Siemens AG
Transportation Systems (vormals "DUEWAG"), den Uerdingern vor allem als
"Waggonfabrik" bekannt.
Uerdingen verfügt über ein sehr umfangreiches Vereinsleben. Ein weiterer
Ausdruck der niederrheinischen Geselligkeit. Dabei stehen neben der
überdurchschnittlich großen Anzahl an Sportvereinen vor allem Karnevals- und
Schützenvereine im Mittelpunkt. Der Uerdinger bevorzugt Altbier und trinkt dazu
gerne den in Uerdingen hergestellten Wacholderschnaps "Uerdinger" sowie den
überregional bekannten Weinbrand "Dujardin".
Alle Wege führen zum "Rhien"
Uerdingen wird im Osten vom Rhein begrenzt. Seit eh und je bestimmt der Rhein
das Stadtbild. Der öffentliche Zugang zum Rhein ist durch die Hafeneinfahrt zum
Hafen Linn und die ansässigen Industriebetriebe stark eingeschränkt und einen
malerischen Rheinstrand sucht man in Uerdingen vergeblich. Dennoch gibt es rund
um das Uerdinger Rheintor ein wenig Grün und ein wenig "Auslauf", und Bewohner
sowie Besucher lieben den Blick auf das Bayerwerk zur Linken und ihre
Rheinbrücke (siehe Banner oben) zur Rechten. Ein echter Uerdinger würde es nie
zugeben, aber jeder hat schon mal den Blick von der anderen Rheinseite (Duisburg
Mündelheim), die unbebaut und teilweise mehr oder weniger naturbelassen ist, auf
sein Uerdingen geworfen. Von Hochwasser war und ist Uerdingen verhältnismäßig
wenig betroffen. Der überwiegende Teil von Uerdingen liegt so hoch, dass er vom
Rheinwasser auch beim höchsten Hochwasser nicht erreicht werden kann. Tradition
hat das "Hochwasserkiecken" am Rheintor, das erst dann lustig wird, wenn
Köln und Düsseldorf längst abgesoffen sind.
Touristische Attraktionen im klassischen Sinne hat Uerdingen nicht zu bieten.
Dennoch kann der Besucher an unzähligen Ecken typisch niederrheinische Baukunst
und Lebensart in sich aufsaugen. Die Liebe zu Uerdingen und vor allem zu seinen
Bewohnern entsteht erst auf den zweiten Blick, dafür aber umso inniger.
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| Abb.: Das Rathaus von
Uerdingen am Markt. |