Künstliches Kniegelenk - Knieprothese (Knie-TEP oder Schlittenprothese)
Wann ist ein Kniegelenkersatz erforderlich?
Bei einem schweren, fortgeschrittenen
Verschleiß, bei dem es zu einer hochgradigen Zerstörung der
Gelenkflächen gekommen ist, ist das künstliche Kniegelenk in
die therapeutischen Überlegungen einzubeziehen. Das künstliche
Kniegelenk sollte jedoch nur implantiert werden, wenn folgende Voraussetzungen
erfüllt sind:
| 1.) |
Chirurgische und nichtchirurgische Maßnahmen sind erfolglos oder
nicht mehr angezeigt. |
| 2.) |
Es bestehen heftige invalidisierende Schmerzen mit einer erheblichen Einschränkung
der Lebensqualität. |
| 3.) |
Es besteht eine Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit. |
| 4.) |
Das Lebensalter liegt bei 60 Jahren oder höher. |
| 5.) |
Es besteht eine erhebliche Fehlstellung des Kniegelenkes. |
(Beispiele hier klicken) |
| |
 |
Wenn die oben genannten Faktoren gegeben sind, kann ein künstliches Kniegelenk implantiert werden.
Es werden hierbei die beschädigten Flächen ersetzt, entweder in
Form einer Teilprothese (die sogenannte "Schlittenprothese") oder als
Knietotalendoprothese (Knie-TEP)
mit Ersatz aller Flächen. Die Kniescheibenrückfläche wird nur selten ersetzt.
 |
| Abb.: An diesem Gelenk eines 70-jährigen Patienten unserer
Abteilung ist eine schwere Gonarthrose erkennbar. Hier kann nur noch
eine Kniegelenkendoprothese helfen. |
Für die Schlittenprothesen verwenden wir das Prothesenmodell
Eius, für die Totalendoprothesen
das Modell
Scorpio der Firma Stryker Howmedica. Bei bestimmten
Indikationen kommen auch teilweise gekoppelte Kniegelenktotalendoprothesen
zum Einsatz. Die Knieteil- oder Totalendoprothesen werden
einzementiert und sind somit nach kurzer Zeit voll belastbar. Die postoperative
Rehabilitation kann mit dem Operationstag beginnen.
 |
 |
| Abb.: Postoperativer Zustand nach Implantation einer Kniegelenktotalendoprothese
bei einer 70jährigen Frau in unserer Abteilung |
Abb.: Eius unikondyläres Kniesystem der Firma Stryker Howmedica ("Schlittenprothese")
|
Nach der Operation
Gemeinsam mit der Abteilung für
Anästhesie haben wir einen Schmerzdienst für unsere Patienten eingerichtet. Die
computergesteuerte Schmerzbekämpfung erlaubt ab dem ersten postoperativen Tag
Bewegungsübungen des Kniegelenkes auf einer motorgetriebenen Schiene. Ab dem
zweiten postoperativen Tag beginnt eine intensive Physiotherapie, die es nahezu
allen Patienten ermöglicht, nach wenigen Tagen mit Hilfe von zwei
Unterarmgehstöcken zu laufen. Bis zur Entlassung erlernen alle Patienten das
Treppensteigen. Nach 14 Tagen ist der Krankenhausaufenthalt in der Regel
beendet. Es schließt sich eine ambulante Rehabilitation in kooperierenden
Instituten an oder eine stationäre Rehabilitation in spezialisierten Kliniken.
Die Dauer der stationären Rehabilitation beträgt drei bis vier Wochen.
Die Prognose
Die Endoprothetik gehört
fraglos zu den großen Errungenschaften der modernen Medizin. Patienten,
die sonst durch Schmerzen und Bewegungsunfähigkeit invalidisiert wären,
können hierdurch ein normales Leben führen. Durch die Endoprothesen
kann vielen alten Menschen der Rollstuhl erspart werden oder gar die Einweisung
in ein Alten- oder Pflegeheim. Neben dem dargestellten Nutzen
sind jedoch auch Risiken nicht zu leugnen. Bei den Endoprothesen besteht neben
den allgemeinen Risiken wie Infektion oder Thrombosen auch das Risiko der
Prothesenlockerung. Bei keinem Prothesenmodell ist das Risiko der Lockerung
auszuschließen. Durch die Verwendung von modularen
Revisionssystemen besteht heute jedoch die Möglichkeit, auch bei einem Knieprothesenwechsel
funktionell sehr gute Ergebnisse zu erzielen.
 |
 |
Abb.: Zwei Beispiele für Revisionsprothesen
|
Kann ich wieder Sport treiben?
Radfahren, Schwimmen, Golf
und Wandern sowie leichtes Krafttraining sind nach Implantation einer Kniegelenkprothese
(wieder) möglich. Sportarten, die stärkere Belastungen für
das Kniegelenk darstellen, die vor allen Dingen mit Stößen und
Verdrehungen auf das Gelenk einwirken, sollten gemieden werden.
 |
 |
| Abb.: Modell eines Kniegelenks mit einer Schlittenprothese (Teilersatz) |
Abb.: Modell eines Kniegelenks mit einer Totalprothese |
 |
 |
| Abb.: Intraoperativer Zustand nach Implantation eines künstlichen
Kniegelenks (Modell Stryker "Kinemax plus") in unserer Abteilung. |
Abb.: Eius unikondyläres Kniesystem der Firma Stryker ("Schlittenprothese") intraoperativ |
 |
 |
| Abb.: Beispiel
einer Patientin, die in Abhängigkeit der Schwere ihrer
Gonarthrose rechts mit einer Totalprothese versorgt
wurde und links mit einer Schlittenprothese (minimal-invasiv
mit dem Eius-System). Im Fall der Schlittenprothese wurde die
Patientin wesentlich schneller wieder mobilisiert. |
Diashow zur Implantation einer Knie-TEP
Abschließend wollen wir Ihnen noch eine umfangreiche Diashow über die Implantation einer Stryker
Scorpio Knietotalendoprothese zeigen. So können Sie sich sehr detailliert über den operativen Ablauf
einer solchen Operation informieren. Da wir ständig mit der Zeit gehen und
unsere Technik stets verbessern und verändern, zeigt diese Diashow nicht mehr
100%ig unser tatsächliches Vorgehen. Aber Sie sollen es zu Hause ja ohnehin
nicht nachmachen. Viel Spaß!