Arthroskopie am Kniegelenk
Geschichte der Arthroskopie
Die ersten Arthroskopien wurden 1918 in Tokio von Takagi mit Hilfe eines Cystoskops
durchgeführt. Unabhängig von Takagi berichtete E. Bircher 1921 über 18
Arthroskopien mit Hilfe eines Laparoskops. Den ersten arthroskopischen
Meniskuseingriff führte 1962 Watanabe durch. Seit den 60iger Jahren hat die
Arthroskopie als relativ risikoarme, schonende und sehr erfolgreiche Methode der
Gelenkdiagnostik und Therapie einen enormen Aufschwung erlebt. Zunächst
beschränkte sich die Methode im Wesentlichen auf das Kniegelenk, später kamen
andere Gelenke hinzu wie Schultergelenk, Ellenbogengelenk oder Sprunggelenk.
Die ersten arthroskopischen Operationen am St. Josefshospital in Krefeld Uerdingen datieren
aus dem Jahre 1985. Bis 2007 wurden etwa 15.500 arthroskopische Eingriffe durchgeführt.
Und es kommen jedes Jahr einige hundert dazu.
Erkrankungen der Menisken und ihre Therapie

Menisken sind sichelförmige Knorpelscheiben zwischen dem
Schienbeinplateau und den kufenförmigen Oberschenkelcondylen. Sie
dienen der Formangleichung dieser Knochen und der Stabilisierung und Führung
des Kniegelenks. Die hohe mechanische Beanspruchung führt auf Dauer
zu einem Verschleiß, der sich durch Rissbildung und Ausfransungen
darstellt. Eine Drehbewegung im gebeugten Kniegelenk mit gleichzeitiger
hoher Krafteinwirkung kann zu einem Einriss führen. Abgerissene
Meniskusteile können zwischen die Gelenkflächen geraten. Dies
führt zu einer schmerzhaften Bewegungs- und Belastungseinschränkung
des Kniegelenks und zu mechanischen Schädigungen des Gelenkknorpels.
Unter den zahlreichen Verletzungsmustern des Innenmeniskus sind im Folgenden
vier der häufigsten Läsionen gezeigt.
Das Ziel der Meniskusoperation mittels Arthroskopie besteht darin, alle abgerissenen Anteile zu entfernen,
wobei das gesunde Meniskusgewebe erhalten bleibt. Es werden nur jene Teile des Meniskus entfernt, die die
Gelenkfunktion stören, die Gelenkflächen
schädigen und die für die Schmerz- und Reizzustände verantwortlich
sind. Die Resektion des Meniskus geschieht mit arthroskopischen
Mikroinstrumenten und motorgetriebenen Saug-Schneideinstrumenten. In sehr seltenen Fällen
kann der Meniskus auch angenäht werden. Der Hauptvorteil gegenüber
der so genannten Schnittoperation besteht darin, dass bei der arthroskopischen
Technik alle intakten Teile der Menisken belassen werden können. Somit
ist auch die Gefahr einer Arthroseentstehung nach einer arthroskopischen
Meniskus OP geringer.
Nachbehandlung
Nach einer Arthroskopie bevorzugen wir eine frühfunktionelle Nachbehandlung. Es werden
ab dem ersten postoperativen Tag Anspannungsübungen und Krankengymnastik
zur Kräftigung der Muskulatur durchgeführt. Eine Teilbelastung
findet nur ein, zwei Tage postoperativ statt. Eine Sportkarenz empfehlen
wir für einen Zeitraum von 6 Wochen. Hiervon ausgenommen sind Sportarten,
die wenig kniebelastend sind, z.B. Schwimmen und Fahrradfahren.
Arbeitsunfähigkeit
In Abhängigkeit von der beruflichen Belastung beträgt die Dauer der Arbeitsunfähigkeit
nach einer Arthroskopie ca. 1-4 Wochen.
Diashow: Arthroskopie bei einem Außenmeniskusschaden
Zum Abschluss möchten wir Ihnen eine ausführliche Diashow (dauert etwa 5 Minuten) zur Arthroskopie am
Kniegelenk anbieten. Es handelt sich um einen in der Praxis regelmäßig vorkommenden Befund (Radiärriss des
Außenmeniskus). Die in der Diashow enthaltenen Bilder zum Kreuzband oder zum Innenmeniskus können
als exemplarische Idealbefunde angesehen werden. Wir haben versucht, auf Fachchinesisch zu verzichten
und Ihnen in einfacher Sprache den Ablauf eines arthroskopischen Eingriffs zu erläutern. Viel Spaß!